DOCK

Artists’ Window

Agloe


Ausstellung Mi 28.9. –  Do 27.10.2016

Vernissage Di 27.9.2016, 19.00 

Open Speed Speech Do 20.10.2016, 19.00

In der Reihe Artists' Window zeigen die Künstlerinnen Catrin Lüthi K, Monika Rechsteiner und der Künstler Tobias Nussbaumer explizit für die Schaufenster des DOCK geschaffene Arbeiten unter dem Ausstellungstitel "Agloe". Der Titel der Ausstellung bezieht sich auf den fiktiven Ort gleichen Namens in dem sich Vorstellungskraft und Wirklichkeit durchkreuzen. Die drei Künstler spielen in ihren drei realen Installationen mit Illusion und Fiktion. Entstanden sind greif-bare Sehnsuchtsorte, theatrale Architekturen und bildhafte Szenerien.

Die Installation "Schneegrenze" (2016) von Catrin K Lüthi (*1953) präsentiert sich zunächst als reduzierte Landschaftszeichnung. Die Fensterscheibe wurde mit einem opaken Anstrich versehen. Nur eine unregelmässige, ausgesparte Horizontlinie gewährt den Blick auf eine imaginäre Landschaft: Kantige Isolationsmaterialien evozieren im Zusammenspiel mit fotografischen Aufnahmen die Vorstellung einer Glet-scherlandschaft. Der Einsatz von künstlichen Materialien und das Nebeneinander von konträren Oberflächen erzeugen ein optisches wie auch inhaltliches Spannungsfeld: Die Landschaft wird zum Modell, an dem gesellschaftliche Veränderungen sichtbar werden.

Bei der Installation von Tobias Nussbaumer (*1987) ragt ein architektonisches Element in den Innenraum des DOCK. Von Aussen erblickt man im Inneren des Kastens das Modell eines menschenleeren Spitalzimmers, in das scheinbar willkürlich Glasplatten gestellt wurden. Das Modell wurde allein nach Plänen des neugebauten Triemli Spitals konstruiert. Tritt man ins DOCK, ist an der Seitenwand des Kastens eine schwarz/weiss Zeichnung des Modells zu sehen. Dort arbeitet der Künstler, die durch die Spiegelung auf den Glasplatten neu entstandenen, ineinander verschachtelten Räume heraus. Beim Modell wie auch bei der Zeichnung verwischen die Grenzen von Vorstellungsraum und Realarchitektur. 

Auch in Monika Rechsteiners (*1971) Werk "Agloe" (2016) spielen Räume und die medialen Möglichkeiten ihrer (Re-) Konstruktion eine wesentliche Rolle. Zu sehen ist die Fotomontage eines gewöhnlichen, funktionalen Betonwohnblocks, dessen Foto am Computer vielfach gespiegelt wurde. Das Mittel der Spiegelung verwendet die Künstlerin auch in der Installation selber. In die Fensterrahmen hat die Künstlerin Spiegel eingefügt. So verdoppelt und verlängert sich die Architektur je nach Blickwinkel ins Unendliche. Die entstehende, transformierte Architektur wird zum Gedanken-Gebäude und zur Metapher für das Innenleben und die Wünsche der Menschen. 

Vernissage Di 27.9.2016, 19.00
mit Performance von Margarita Kennedy, Tänzerin

Open Speed Speech Do 20.10.2016, 19.00
Werkgespräch zur Ausstellung Agloe mit den Kunstschaffenden und dem Architekten Herbert Schmid