DOCK

ARTISTS' WINDOW

art_mining

Ausstellung Fr 20.11.2015 – So 10.1.2016
Vernissage Do, 19.11.2015, 19.00
Open Speed Speech Do 10.12.2015, 19.00

Unter dem Blickpunkt des diesjährigen Themas "art_mining" stellen die eingeladenen Künstlerinnen sowohl aktuelle Arbeiten als auch unterschiedliche "mining"-Methoden zur Diskussion. Das englische Wort "mining", bzw. "to mine" heisst ganz allgemein schürfen, nach etwas suchen oder ausgraben, zu Tage fördern aber auch abbauen und ausbrechen. In unterschiedlichen Techniken und konzeptuellen Herangehensweisen schöpfen Esther Hunziker, Geneviève Morin und Julia Steiner aus dem kollektiven und individuellen Bildarchiv.

Grossformatige schwarze Gouachezeichungen, die sich teils auch raumgreifend im Ausstellungsraum fortsetzen, sind ein Erkennungsmerkmal von Julia Steiners (*1982) Arbeiten. Mittels der unverdünnten schwarzen Farbe entstehen abstrakte Landschaften, kristalline und organische Strukturen, dynamisch und fragil zwischen räumlichen Andeutungen und in Auflösung begriffenen Formen und Splittern. Viele Arbeiten wurden in Ausstellungen gezeigt, einige wurden hingegen nie ausgestellt. Für "Artist´ Windows" hat die Künstlerin ihr Lager durchforstet. Sie macht einen Rückblick auf ihr seit nunmehr zehn Jahren Geschaffenes und befragt ihre Auswahl an gezeigten Arbeiten. Im Schaufenster stellt sie nun alle ihre grossformatigen Zeichnungen aus, die bisher nie öffentlich zu sehen waren.

Mit den "Entities" verortet Esther Hunziker (*1969) ihre "Forschungssammlung absichtsloser Masse" in naturhistorischer Verwandtschaft. Die Aufbewahrung in Nassgläser erinnert an anatomische Sammlungen, in denen biologische Auswüchse nicht normativer Gestalt für die Forschung konserviert werden. Die Sammlung der Künstlerin zeigt in Gläsern schwebende schwammartige Gebilde, die sie als Spezimen bezeichnet: ein wissenschaftliches Exemplar, das zur Artenbestimmung von Tieren, Pflanzen oder Mikroorganismen dient. Die dunklen Gebilde lassen an Meteoriten oder Organismen aus einem Science-Fiction Film denken. Aufgrund ihrer amorphen Form regen sie zu vergleichenden Assoziationen an und zur Frage, inwiefern das Spezifische eines Dinges über das Individuelle hinaus erkennbar ist.

Mensch, Tier und Landschaft verschränken sich in der Malerei von Geneviève Morin (*1963) zu einer persönlichen Mythologie mit einer archaisch emotionalen Aussagekraft. Die dreiteilige Arbeit „En dessous du jour“ wurde eigens für die Ausstellung "Artists´ Windows" gefertigt. In der Technik der Hinterglasmalerei, die keine Korrekturen mehr zulässt, erstreckt sich eine Fischerszene über drei Plexiglastafeln. In Anlehnung an die Tiefenpsychologie stehen die Bereiche über und unter Wasser in einem Verhältnis zu unseren Anteilen an bewussten bzw. unbewussten Vorgängen und Emotionen. Das Fischermotiv wird so gleichsam zur Metapher. Die Malerei dient dazu, unter die Oberfläche des Bewusstseins in die tieferen Schichten der unbewussten Bildwelt zu dringen oder wie die Künstlerin beschreibt, malerisch "das Souterrain" ihres Bildkosmos’ zu erforschen und ans Tageslicht zu bringen.

 

Während der Vernissage: Schlagwort-Performance mit Alon Schmidhauser und Lars Schüep

Open Speed Speech mit Gaby Fierz, Ethnologin und Kulturvermittlerin
Eröffnet wird die Open speed speech von der Gastrednerin Gaby Fierz. Die spontane Ansprache ist Ausgangspunkt für das gemeinsame Werkgespräch. Im Anschluss offeriert DOCK heisse und kalte Getränke. Die Kunstschaffenden sind anwesend.

 

Winterpause: Mi 23.12.2015 – Mo 11.1.2016

Während den Feiertagen ist die Ausstellung nur von aussen, durch die grossen Schaufenster zu sehen.

 

Weitere Infos zu den Kunstschaffenden:

www.juliasteiner.ch  –  www.ref17.net/hunziker/index.html  –  www.dock-basel.ch/genevieve_morin

Projektverantwortliche: Eveline Schüep, Manuela Casagrande

Artists' window

art_mining

Ausstellung Fr 12.6. – So 16.8.2015
Vernissage Do 11.6.2015, 19.00
Open Speed Speech Do 2.7.2015, 19.00

In den diesjährigen Artists' Window stellen Kunstschaffende aus, die mit ihren künstlerischen Schürfmethoden unterschiedliche Tiefen ausloten und visuelle Schätze heben: sei es mit dem einnehmenden Schwarz der Sepiatinte, den immateriellen Farbtönen von Wärmestrahlung oder in den labyrinthischen Höhlen der künstlerischen Bildtradition. Mining ist geleitet vom Experiment, von strategischer Nachforschung und Zufallsfund sowie von Sinnsuche und kritischer Reflexion.

Saskia Edens (*1975)
Saskia Edens' Video scheint eine illegale nächtliche Spray-Aktion zu dokumentieren. Die figurativen Zeichnungen, die sie in grellen Farben an die Hauswände malt, hinterlassen jedoch keine sichtbaren Spuren. Die benachbarten Fassaden dienen nur temporär als Untergrund, denn die Künstlerin nutzt für ihre Aktion keine Farbpigmente, sondern schlicht Wasser und Feuer. Erst das bildgebende Verfahren der Wärmebildkamera ermöglicht das Sichtbarwerden der skizzierten Motive. Vor unserem Auge überlagern sich Umrisse von Tieren, die von prähistorischen Höhlenzeichnungen inspiriert sind. Bisons, Nashorn und Mammut leuchten je nach Temperaturabstrahlung in einem Farbspektrum von Weiss, Gelb, Rot, bis zur kältesten Temperatur in Blau und verblassen im entropischen Prozess des Wärmeausgleichs. Die Infrarot-Freskomalerei der "Dessins Thermiques" führt in die Vergangenheit, zu den ältesten Darstellungsformen der Menschheitsgeschichte zurück. Für die Künstlerin selbst ist es beinahe ein Blindzeichnen, verlässt sie sich doch im Zeichnungsprozess auf die gestische Erinnerung und verinnerlichte Form.

Kühne/ Klein (*1962/*1956)
Das Künstlerpaar Kühne/Klein bedient sich in seinen Werken gerne reproduzierten Bildmaterials, so auch in der Installation "Membran" (2015). In einer Collage aus Transparentfolien überlagern sich verschiedene Bildmotive aus dem kunstgeschichtlichen Fundus, die Motive des Durchblicks sowie Ein- oder Ausblicks thematisieren. Vergrösserte Ausschnitte werden kombiniert mit rahmender Landschaftsmalerei, barocke Stillleben treffen auf abstrakte Moderne, Genremotive auf Popart. Die gemalten Protagonisten bewegen sich geisterhaft im labyrinthischen Speicher der Bildgattungen, wandern durch nahe und ferne Zeitepochen. Reizvoll sind die Überlagerungen, Passagen und Zwischenräume, die je nach Lichteinfall und Standort unterschiedliche Einblicke gewähren. Was treibt die Gestalt mit Lendenschurz im Garten des Herrenhauses? Versteckt sich dort eine Frauenfigur oder ist es doch nur ein gemalter oder gar realer Baum? "Membran" bietet ein Vexierspiel an, in der das Schaufenster mit den verschiedenen Ein- und Durchblicken als Bildmetapher steht und die Kunst in einen selbstreferenziellen Rahmen stellt.

Oliver Minder (*1980)
Man nehme Polyether Schaumstoff-Zuschnitte, färbe sie mit Sepiatinte, drücke sie an die Fensterscheibe und lasse diese eintrocknen, bis die Schaumstoffplatten haften bleiben. Die Beschreibung von Oliver Minders Vorgehen erinnert an eine Gebrauchsanweisung für Heimwerker. Mit der Kombination von gegensätzlichen Materialien, dem Einsatz von Künstlichem und Natürlichem und dem Nebeneinander von konträren Oberflächen, erzeugt Minder in seinen Arbeiten ein optisches wie auch inhaltliches Spannungsfeld. Dem Tintensekret des Sepia officinalis kommt hierbei eine zentrale Funktion zu. Der eingesetzte Werkstoff zieht nicht nur mit seiner vereinnahmenden Schwarz und den beim Trocknen gebildeten Salzkristallen den Blick auf sich, sondern führt mit der Frage nach seiner Herkunft auch in eine semantische Tiefe. Die vom Tier bei Bedrohung ausgestossene schwarz-ölige Tinte, die auch Heilmittel (officinalis) ist, gleicht in seiner Konsistenz dem Erdöl, das auch als Basis für die Kunststoffherstellung dient. Ein Kommentar zum Umgang mit unseren Ressourcen aus der Tiefe?

 

Während der Vernissage: Muzak-Performance von DJ Papiro

Open Speed Speech mit Caroline Heitz, Archäologin der Universität Bern
Die spontane Ansprache ist Ausgangspunkt für das gemeinsame Werkgespräch. Im Anschluss offerieren wir Getränke und Glacé. Die vier Kunstschaffenden sind anwesend.

Projektverantwortliche: Eveline Schüep, Manuela Casagrande

 

artists' Window

Space tag – Alltag 

Vernissage Do 9.10.2014, 19.00
Artists' Brunch So 2.11.2014, 11.00
Ausstellung Fr 10.10. – Mi 12.11.2014

Tarek Abu Hageb, Bianca Pedrina und île flottante | Nica Giuliani & Andrea Gsell setzen sich mit Markierungen im Raum und deren alltäglichen und gesellschaftlichen Dimension auseinander. Die Ausstellung zeigt explizit für die Schaufenster entstandene Arbeiten. 

Was wird dem öffentlichen Blick preisgegeben und was verhüllt? Die installative, aus mehreren Gardinen bestehende Arbeit "Re-garder" von Tarek Abu Hageb stellt dies zur Diskussion. Sein malerisches Spiel mit den unterschiedlichen Stoffen verweist auf die privaten Muster, welche die Häuserfassaden prägen und nimmt anderseits Bezug auf die Metapher des Bildes als Fenster.

In der Intervention "OmU" des Künstlerduos île flottante verschieben und überlagern sich diverse Raumerlebnisse. Im Inneren auf bequemen Kinosesseln wird das Geschehen im öffentlichen Raum zur filmischen Geschichte, zugleich ist die Kinosituation von aussen sichtbar – die Betrachtenden werden zu Betrachteten. Die Arbeit thematisiert die Wechselwirkung von Wirklichkeit und Fiktion. Sie wirft Fragen auf nach dem Umgang mit Bildern in der heutigen, medialisierten Welt.

Bianca Pedrinas ortsspezifische Installation "Cladding" dekonstruiert die Scheinfassade des Gebäudes, in dem sich DOCK befindet. Die Künstlerin gibt den Schaufensterraum frei für die „wahre" Konstruktion. Metallprofile und Gipsplatten – Bauelemente moderner Architektur – spannen sowohl gestisch im Raum des DOCK als auch gedanklich zu dessen Baugeschichte einen Bogen. Diese (De-)Konstruktion verhandelt die Frage nach dem Zeitgeschmack und dem Verhältnis von Kunst und Bau, beides Setzungen im öffentlichen Raum.

Während der Vernissage: Speed Speech mit Françoise Theis, Kunstwissenschaftlerin, www.vedarte.ch

Weitere Infos zu den Kunstschaffenden:
www.tarekabuhageb.com – www.biancapedrina.com – www.ileflottante.ch

Projektverantwortliche: Eveline Schüep und Patricia Wolfensberger

Artists' Window

Space tag – Alltag

Vernissage Di 27.5.2014, 19.00
Artists' Brunch So 15.6.2014, 11.00
Ausstellung Mi 28.5. - Mi 2.7.2014

Die Ausstellung "Artists' Window: Space tag – Alltag" zeigt explizit für die Schaufenster geschaffene Werke der drei Kunstschaffenden Matthias Aeberli, Sabine Hertig und Madeleine Jaccard. Die Arbeiten hinterfragen diverse Raumvorstellungen und spielen, wie der Doppelsinn des Titels bereits andeutet, mit der gesellschaftlichen Dimension des Raumes.

"To tag" bezeichnet im Englischen den Vorgang etwas zu markieren. Space tagging – den Raum markieren oder ein Zeichen im Raum setzen – ist ein Ereignis, durch das der Raum erst entsteht und in seiner Funktion definiert wird.

Matthias Aeberli befasst sich in seiner Arbeit mit sozialen Raumkonzepten in Form von Hierarchien. Neue Sinn-Räume erschafft Sabine Hertig: Sie arbeitet mit den Schlagzeilen aus Zeitungen und kombiniert diese zu Schriftbildern, deren Bedeutung die Besuchenden und Passanten selbst interpretieren können. Madeleine Jaccard schliesslich entwickelt die Y-Struktur chemischer Formeln – als Sinnbild sozial gewachsener Netzstrukturen – in den Raum hinein.

Die Ausstellung ist auch von aussen, vom öffentlichen Raum aus sichtbar. Während den Öffnungszeiten bietet DOCK zudem Einblick in die Dokumentationen von Matthias Aeberli, Sabine Hertig, Madeleine Jaccard – sowie weiteren rund 260 Künstlerinnen und Künstlern der Region.

Am Sonntag, 15. Juni, findet im DOCK ein Werkgespräch mit den Ausstellenden und den Projektverantwortlichen Eveline Schüep und Patricia Wolfensberger statt. Die Gespräche können anschliessend bei einem gemeinsamen Brunch fortgesetzt werden.

Während der Vernissage: Speed Speech von Karen N. Gerig, Kunsthistorikerin und Kulturredaktorin Tageswoche

Matthias Aeberli (*1952): www.dock-basel.ch/matthias_aeberli
Sabine Hertig (*1982): www.dock-basel.ch/sabine_hertig
Madeleine Jaccard (*1973): www.dock-basel.ch/madeleine_jaccard

Projektverantwortliche: Eveline Schüep und Patricia Wolfensberger

Artists' Window

en passant

Ausstellung 7.6. - 14.7.2013

In einer Zeit, wo Effizienz, Schnelligkeit und Zielorientiertheit gross geschrieben werden, scheint die Fruchtbarkeit und Schönheit des Alltages öfters zu verschwinden oder aus dem Blickfeld zu geraten. Eva Borner (*1967), Georgette Maag (*1955) und Thomas Ritz (*1966) setzen sich in der Ausstellung "en passant" mit dem Nicht-offensichtlichen, dem Alltäglichen oder nebensächlich erscheinenden (Un-)Sichtbaren auseinander. Sei es, dass die sichtbare Oberfläche durchbrochen wird und andere Wirklichkeiten (2013, Borner) aufflackern oder das Fensterglas betont und die Schau verweigert wird, jedoch wie in Illumination (2013, Ritz) das Durchschimmernde und die Mehrschichtigkeiten die Neugier wecken und "durchblicken lassen" oder in derweilen (2001-2013, Maag) alltägliche Szenen aus dem urbanen Raum ins Zentrum rücken und im Zusammenspiel der Details neue Welten eröffnen. Die Werke fächern die Thematik in ihrer Breite auf und ergänzen und durchdringen sich gegenseitig. Fragen nach der Poetik des Alltages, unseren Wahrnehmungen und Sichtweisen werden genauso aufgeworfen, wie Aspekte des Flaneurs, sei es im Zusammenspiel mit den vorbeigehenden Passanten, der Rolle des Künstlers oder des Bahnens von Wegen durch die heutige Zeit.

Während der Vernissage: Speed Speech mit Beate Florenz, Professur Kunst- und Designvermittlung, lgk / HGK / FHNW

Projektverantwortliche: Irene Müller, Eveline Schüep, Patricia Wolfensberger

Artists' Window

en passant

Ausstellung 14.3. - 20.4.2013

Beat Brüderlin (*1963), Verena Thürkauf (*1955) und Nives Widauer (*1965) haben zum Thema "en passant" installative Werke geschaffen, die mit den beiläufigen Blicken der Passanten spielen.

"Fliegen können (man muss sich zwingen)" steht in grossen Lettern auf dem Schaufenster geschrieben. Der Luftmensch darüber entpuppt sich als Schwimmer, der die Welt unter Wasser setzt. "O.T." von Beat Brüderlin aus der Reihe "Sonderpostkarten" eröffnet den Passanten einen Raum für neue Geschichten.

In Verena Thürkaufs Arbeit "Oh!" scheint der aus Kartonschachteln bestehende Turm in Bewegung zu sein. Die Betrachtenden sind Zeugen eines im Raum gedehnten Augenblickes – eines Falls und angeblichen Scheiterns. Das handschriftlich auf das Fenster gemalte "Oh!" – ein Ausruf des Erstaunens – ist ein möglicher Kommentar zu diesem Werk.

Nives Widauers vier knallrote Koffer scheinen zu einer Person zu gehören, die auf der Durchreise – "en passant" – ist. Auf ihnen sind Buchstaben angebracht, die den titelgebenden Satz formen: "I'D RATHER STAY HOME". Es gibt einen Widerspruch zwischen den Objekten und der Sprache.

artists' window

Sales and Figures

Ausstellung 12.10. - 16.11.2012

Die Kunstschaffenden Copa & Sordes (*1967 und *1962), Marion Ritzmann (*1978) und Andrea Wolfensberger (*1961) haben jeweils eine ortspezifische Arbeit für die Schaufenster des DOCK geschaffen. Mit Artists' Window: Sales and Figures setzt sich die künstlerische Auseinandersetzung mit dem Raum fort, fokussiert jedoch nach den architektonisch-skulpturalen Projekten im vergangenen Frühsommer nun auf den Lebensraum und die strukturierenden Aspekte sozialer, urbanistischer und wirtschaftlicher Zusammenhänge. Im gelebten Raum wird sichtbar, wie die gesellschaftlichen und individuellen Handlungen und Akteure auf die sie umgebende Lebenswelt einwirken können.

Die drei künstlerischen Setzungen vor, in und hinter dem Schaufenster des DOCK reflektieren den Standort in Kleinbasel, binden die Passanten ein oder überbrücken durch das Spiel von innen und aussen die architektonischen Grenzen. Jede Arbeit lässt somit auf ihre Art die den Raum definierenden Funktionen (als Dokumentationsstelle, Kunstraum, Veranstaltungsort, ehemaligem Laden, etc.) verschwimmen und neu bestimmen.

Artists' window

Gertrud Genhart, Susanne Schär & Peter Spillmann

Ausstellung 24.5. - 16.6.2012

"Artists' Window" startet dieses Jahr mit Gertrud Genhart (*1967) und dem Künstlerduo Susanne Schär & Peter Spillmann (*1967/*1964), welche neu alle Schaufenster von DOCK bespielen.

Mit "Vakuum" (2012) ziehen Schär & Spillmann eine Wand durch den Innenraum und trennen die beiden über Eck liegenden Schaufenster vom Archivraum ab. Dazwischen entsteht ein Vakuum, welchem die Passanten irritiert ausgesetzt sind. Was wird hier als nächstes gezeigt? Wie die Betrachtenden die Leere bestücken ist ihnen überlassen.

Genhart ist in der Arbeit "Tekton" (2012) von der Fassade an der Klybeckstrasse ausgegangen. Deren Struktur übernehmend, hat sie ihr eigenes Bauelement im Schaufenster geschaffen. Aus Distanz betrachtet kehrt sie die Wahrnehmung der Fassade um, indem die Platten die Fugenstruktur positiv zeichnen. Steht man direkt vor dem Fenster, gleitet die Aufmerksamkeit durch "Tektons" Linien zu den Archivboxen. Im Raum selbst präsentiert sich eine Konstruktion, die nach innen ausbreitend den Raum erobert. "Tekton" ist Zeichnung, Objekt, Architektur zugleich.

ARTISTS' WINDOW

Michel Pfister – Tafel

Ausstellung 20.10.2011 - 20.11.2011

Michel Pfister (*1966) realisierte neben Ausstellungen in Galerien und Institutionen in den letzten Jahren verstärkt Kunst-am-Bau-Projekte. Der Künstler beschäftigt sich verstärkt mit der Beziehung von Skulptur und (öffentlichem) Raum. Dabei weisen seine Objekte, Skulpturen und Interventionen immer einen unmittelbaren Bezug zu alltäglichen Gegenständen und Materialien auf. Oftmals ist es die Stilisierung oder Reduktion von im Wahrnehmungsalltag verankerten Formen, häufig auch die auf den ersten Blick nicht weiter augenfällige Materialwahl, die dann das Vertraute ins Kippen bringt. Gemeinsam ist allen Arbeiten, dass sie immer die Möglichkeit einer veränderten Sichtweise implizieren, dass sie den Blick über die eigentliche Setzung hinaus auf den Umraum und dessen Potenzial lenken.

Für das Artists’ Window entwickelt Michel Pfister eine Arbeit, die nicht nur das Schaufenster, sondern auch Teile der Hausfassade einbezieht. Kann Verdecken auch als Akzentuierung gelesen werden? Die Arbeit, die auf der organisatorischen Ebene zahlreiche Verhandlungen notwendig macht, verweist von ihrer Anlage her auch auf die Bedingungen, Kunst zu realisieren – und zwar nicht nur an der Schnittstelle zum öffentlichen Raum. Und letztlich sind es eben oft diese widerständigen Gegebenheiten, die die Gestalt und Ausformung einer Arbeit prägen.

artists' window

Max Grauli – Echored

Ausstellung 15.9. - 9.10.2011

Max Grauli (*1957) setzt sich in seinem künstlerischen Werk mit den grundlegenden Fragen der Malerei auseinander. "Echored" (2005) ist eine kraftvolle Begegnung zwischen Rot und Weiss: Während das Weiss seine helle Strahlkraft zelebriert, lebt das feurige Rot von seinem stetigen, warmen Pulsieren. Ausdehnung und Bewegung finden permanent und unaufhaltbar in alle Richtungen statt. Alles scheint zu pulsieren und reine Energie zu werden. Woher kommt dies und wohin führt es und was macht es mit uns? Im Schaufenster werden Fragen nach dem Immateriellen, dem Nichts sowie der Malerei unmittelbar in den öffentlichen Raum getragen und rufen dazu auf ihnen nachzugehen.

artists' window 

Schirin Kretschmann – Polish

Ausstellung 1.6. - 17.7.2011

Schirin Kretschmann beschäftigt sich in ihren Arbeiten mit der Untersuchung von Grenzbereichen der Malerei jenseits des zweidimensionalen statischen Tafelbildes und einer Werkkonzeption, die Malerei als etwas Zeitgebundenes auffasst und sie als etwas Dynamisches im Raum des Betrachters lokalisiert. Dabei kann Alltägliches zum Farbträger und Farbe durch natürliche wie künstlich gesteuerte Prozesse auf- und abgetragen werden. Ein wiederkehrendes Thema in ihren Arbeiten ist die Auseinandersetzung mit der Verflüssigung fester Aggregate und deren Spuren. Durch Farbsetzungen werden Bildsituationen definiert, die sich durch ihre eigene Ordnung, Medialität oder Materialität transformieren beziehungsweise auflösen. Durch die Arbeit an der Farbe besteht eine Relation zur Tradition der Malerei, gleichzeitig kann in den Arbeiten alles, was in einem zweidimensionalen Tafelbild ausserhalb der Bildgrenzen stattfindet, explizit bedeutsam werden.

Die für das Artists' Window entwickelte Arbeit verwandelt die Scheibe des Schaufensters in den Träger eines zweiseitigen, rechteckigen Bildfelds. Der schwarze respektive transparente Farbauftrag verunmöglicht partiell den Ein- oder Ausblick, zugleich akzentuiert er die Scheibe als Membran zwischen innen und aussen, zwischen öffentlichem Raum und Projektraum. Kretschmann markiert mit dieser Setzung nicht nur die scheinbar festgefügten Grenzen physischer, sozialer oder kultureller Raumkonstruktionen, sondern lotet auch deren Beschaffenheit aus: Aufgrund der Materialeigenschaften der Farbe, des klebrigen Lederfetts, wird gerade das strassenseitige schwarze Monochrom seinerseits zum Träger von Staubpartikeln oder herumfliegenden Pollen, die sich im Laufe der Ausstellung als "Alltagsspuren", als zeitliches Moment, ablagern und die monochrome Farbfläche aufweichen.

Wie viele Arbeiten von Kretschmann wirft auch Polish Fragen nach der zeitlichen Verfasstheit von Bildern, genauer gesagt von Malerei auf. Die schwarze, pastose Farbmaterie verlässt den ihr anfangs gesteckten Rahmen, einzelne Schollen rutschen der Scheibe entlang abwärts und lagern sich an der Fenstereinfassung ab. Sukzessive legt sich das anfangs kompakte Bildfeld selbst frei, ist einem kontinuierlichen Prozess der Veränderung unterworfen, der nicht nur in der materialinhärenten "Eigendynamik" begründet liegt, sondern auch von äusseren Faktoren wie Witterung oder Klima gesteuert wird.

Artists' Window

Robin Ballard – Lotus Eaters

Ausstellung 7. - 22.5.2011

Robin Ballards Arbeiten zeichnen sich durch die immer wiederkehrende Auseinandersetzung unterschiedlicher Denk- und Bildsysteme in unserer Welt aus. Mikrokosmos – Makrokosmos – Mythologie – Wissenschaft – Innen – Aussen – Vergangenheit – Gegenwart – Zukunft, lässt sie aufeinanderprallen, ergänzen oder entgegnen, mal subtiler, mal heftiger jedoch immer in offener Art und Weise. Vielleicht könnte man auch sagen, es ist der Versuch, weit entfernte oder entgegengesetzte Sichtweisen in ihren Bildern zu versöhnen oder sich begegnen zu lassen.

Im "Artists' Window" zeigt Robin Ballard ihre neue Arbeit "lotus eaters". Aus der entfernten Sicht auf das Schaufenster sind sternförmig arrangierte, in blau getauchte Teller wahrzunehmen. Aus dem tiefen Blau blitzen ein paar helle Lichter auf. Wie vereinzelt noch stehengebliebene Rasterpunkte sind nur Teilstücke des Ganzen zu erkennen. Nähern wir uns dem Werk, werden in jedem Teller Bildteile sichtbar, dazwischen die Leere, als hätte die Vergessenheit bereits eingesetzt. Was ist sichtbar? Welches sind die heutigen Lotusfrüchte, die uns vergessen machen?

Artists' Window

Antoanetta Marinov – O.T.

Ausstellung 3.2.  - 27.3.2011

Die Arbeiten von Antoanetta Marinov sind in der Regel mit der unmittelbaren Umgebung, den architektonischen Gegebenheiten oder sozialen / kulturellen Strukturen des Ausstellungsortes verbunden. Es sind Interventionen, die oft erst auf den zweiten Blick ins Auge fallen, die sich fast unmerklich an Gegebenes anschmiegen und subtil den Raum, den Kontext verschieben.

Die Künstlerin entwirft Bilder oder Situationen, die die BetrachterInnen mit ihren eigenen Erfahrungen kurzschließen können, die jedoch immer an signifikanten Punkten oder Elementen eine Art "Stolperstein" ausweisen, der die Lesart in Richtung neuer, teilweise individueller Assoziationsfelder ausweitet.

Im Artist' Window präsentiert Marinov eine Arbeit, die durch ihren präzisen Minimalismus fasziniert: Im schmalen Fenster ist ein Seil aufgespannt, dessen Spannweite an beiden Seiten durch die Fensterrahmen begrenzt wird. Obwohl nur mit begrenztem Aktionsradius, impliziert der Haken die Möglichkeit der Standortveränderung im Raum, der Bewegung von einem Ort an den anderen. Dabei verschieben sich Perspektiven und Haltungen, Erfahrungen kommen hinzu, Bekanntes wird unter einem neuen Blickwinkel betrachtet - BetrachterInnen und Arbeit setzten sich gegenseitig in Bewegung.

Zugleich erinnert das Seil mit Haken aber auch an die Seilrutschen, die über tiefe Canyons gespannt sind und deren Benutzung viel Mut und ein bisschen Verrücktheit erfordern. Im schmalen Fenster wirkt die Struktur fast harmlos, eher absurd. Physisch kommt hier niemand in Gefahr, aber im Gedankenspiel erreichen mögliche Fallhöhe und zu überwindende Distanz mit einem Mal existentielle Dimensionen. Welche Abgründe gilt es zu überwinden? Und wer bin ich am Anfang der Strecke, wenn ich im Fortschreiten innehalte und am anderen Ende?

Antoanetta Marinov setzt ein prägnantes Bild in den Raum, das im übertragenen Sinn nicht nur auf den unmittelbaren Kontext, sondern auf generelle menschliche Lebensumstände abzielt, auf Fragen über scheinbare Hindernisse und Abkürzungen, über persönlichen Antrieb und Gruppen-Dynamik sowie über die Herausforderungen, im Prozess von Bewegung und Stillstand, im Wechsel von dynamischen Abläufen und Ruhe immer wieder die eigene Position zu reflektieren. Ergänzt wird diese Arbeit im Schaufenster von der performativen Intervention "Betrachter", bei der die Künstlerin die Betrachtung und Wahrnehmung von Kunst unter die Lupe nimmt. Unter die Vernissagegäste mischen sich einige Personen, deren explizite Aufgabe es an diesem Abend ist, die Arbeit von Antoanetta Marinov zu betrachten - und die möglicherweise selbst zum Gegenstand einer gesteigerten Aufmerksamkeit werden.

Artists' Window

Kathrin Kunz

Ausstellung 7.10. - 23.11.2010

Die Arbeit "Pont des Arts" (2007/10) von Kathrin Kunz (*1969, lebt und arbeitet in Möhlin, AG) nimmt einerseits unmittelbar auf die Schaufenstersituation Bezug, auf die Wechselbeziehung von innen und aussen, von PassantInnen und Kunstrezeption, andererseits aber auch auf die Funktion der Ausstellungsinstitution. Seit einigen Jahren arbeitet Kunz an einer Reihe kleinformatiger Zeichnungen, die auf Ansichtskarten mit touristischen Motiven beruhen. Welcher Stellenwert kommt diesen Souvenirs in der Erinnerungskultur zu, welche Bedürfnisse und Wünsche befriedigen die stereotypen Bilder kultureller Highlights? Und was passiert durch den künstlerischen Transfer, die mediale (Mehrfach-)Übersetzung von Fotografie, Postkartendruck, Zeichnung und – im aktuellen Fall – dem stark vergrösserten Plakatdruck? Kunz' Arbeit kreist um diese Fragen, verweist aber zugleich mit der Motivwahl, dem Pont des Arts in Paris, auf einer metaphorischen Ebene auf die Rolle von Ausstellungsorten, Kunst zu präsentieren, zu vermitteln und auch innerhalb eines Programms oder Systems zu referenzieren.

Artists' Window

Monika Rechsteiner

Ausstellung 7.10. - 23.11.2010

In den Arbeiten von Monika Rechsteiner (*1971, lebt und arbeitet in Berlin und Basel) spielen (Landschafts-)Räume und die medialen Möglichkeiten ihrer (Re-)Konstruktion oder Darstellung eine wesentliche Rolle. Stillstellung und Bewegung, Tiefe und Raum, all die medieninhärenten Parameter von Fotografie, Film oder Video werden dabei ebenso ausgelotet und reflektiert, wie sie als bildgebende Faktoren die von der Künstlerin erfasste und entworfene Welt konstituieren. Rechsteiner konfrontiert die BetrachterInnen mit Realitätskonstruktionen, die die vertrauten Wahrnehmungsmuster und Raum-Zeit-Auffassungen unterwandern, ein Gefühl von Unsicherheit und Irritation erzeugen. Dabei ist ihr Ansatz immer ein forschender, erkundender, der keine fest gefügte, ausdifferenzierte Welt(sicht) zeigt, sondern sich bewusst an den Randbereichen, im Unklaren und Mehrdeutigen situiert und damit indirekt zur Teilnahme und Positionierung der BetrachterInnen auffordert.

Artists' window

Stöckerselig

Ausstellung 3. - 23.6.2010

Annette Stöcker und Christian Selig nutzen seit 25 Jahren konsequent alles für die Kunst, was die Welt zu bieten hat. So bewegen sie sich flexibel und agil zwischen Aktionen und Installationen bis hin zur architektonischen Raumplanung. Durch die Breite an Themen und Medien, mit denen Sie arbeiten, entsteht ein vielfältiges Gesamtkunstwerk.

Das "Artists' Window" im Juni wird von stöckerselig mit einem Wallpaper bespielt, das die Aktivitäten des organisierten Kunstmarktes zum Thema hat. Diese Arbeit mit dem Titel "wanted" bezieht sich unter anderem auf die Art Basel, indem sie auf das Spannungsfeld zwischen Kunst und Kapital verweist. Weitere Infos zu diesem Projekt unter www.kunstmafia.org und www.stoeckerselig.ch.

Artists' Window

Celia Sidler

Ausstellung 6. - 28.5.2010

Celia Sidler befasst sich in ihrer Arbeit hauptsächlich mit Nahrungsmittel, deren Verpackung und Vermarktung. So kreiert sie aus einzelnen Elementen wie beispielsweise der Plakatwerbung von Coop oder Migros neue Bilder, oder setzt die Esswaren selbst direkt in ihre Arbeit ein. Mit der Transformation von Verbrauchsgütern in die Kunstwelt lassen sich gewisse Verbindungen zum Dadaismus oder zur Pop Art finden. Celia Sidler gebraucht jedoch auch das Essen als Genussmittel selbst, der Begriff der "Kochkunst" erhält damit eine neue Bedeutung. In der Arbeit für "Artists' Window" im Mai setzt sie gewöhnliche Aluminiumdosen für Konservenmilch in Szene und funktioniert diese zu Kunstobjekten um.

Artists' window

Protoplast

Ausstellung 1. - 30.4.2010

Die im Jahre 1990 gegründete Kunstfirma Protoplast befasst sich mit dem Warenmarkt. Mit Waren sind aber imaginäre Produkte gemeint, was für Protoplast Marken und deren Zeichen bedeutet. Die drei Inhaber der Firma begeben sich, durch das Übernehmen aller Aufgaben, die eine Firma normalerweise zu tragen hat, auf eine neue Ebene des Kunstschaffens. Sie designen Produkte ideell neu, indem sie ihnen einen anderen Sinn oder neue Funktionen zuordnen. So entstehen imaginativ aufgeladene Angebote und neue Werte, die als Alternative zu Kunst- und Warenwelt funktionieren. Im April ist Protoplasts neue Linie Protoplast pipeline im "Artists' Window" zu sehen.

Artists' window

René Faber – Linie 8

Ausstellung 4. - 26.32010

Die Installation "Linie 8" von René Faber bezieht sich auf das bewegte Leben ausserhalb des DOCKs. Dafür ausschlaggebend waren Passanten, Strassenbahnen (beispielsweise die Tram Linie 8) und Autos, die täglich die Fenster von DOCK passieren. Mit verschiedenen Ebenen stellt der Künstler einen Aussenraum dar, der, dank der räumlichen und der durch die Farbe entstehende Tiefe, nach innen wirkt. Die Hinterglasmalerei mit Gouache und die dahinter liegenden, mit Wachs und Ölfarbe bemalten Aluminiumplatten verbinden sich zu einem Bild. René Faber transformiert von aussen Wahrgenommenes in sein Atelier und setzt dies in seinen Arbeiten um. Er thematisiert in seiner Arbeit Dynamik und Stillstand, welche einer fotografischen Momentaufnahme mit Langzeitbelichtung gleicht.

Artists' window

Irene Maag – EICAMRAHP

Ausstellung 4. - 26.2.2010

Irene Maag nimmt in ihrer ortspezifischen Arbeit direkten Bezug zur anderen Strassenseite auf. Sie verwendet dafür den Schriftzug der Apotheke vis à vis und kehrt ihn um, sodass das DOCK-Fenster ein Spiegelbild des gegenüberliegenden Schaufensters simuliert. Die Räume des DOCK-Hauses und der Klybeck-Apotheke werden zwar unterschiedlich genutzt, unterscheiden sich jedoch architektonisch kaum voneinander. Irene Maags Spiegelschrift nimmt diese Referenz auf und versucht damit auf die verschiedenen Tätigkeiten der benachbarten Häuser aufmerksam zu machen.

Artists' window

Patrick Steffen

Ausstellung 7. - 28.1.2010

Patrick Steffen nimmt den Begriff "Artists' Window" beim Wort und fertigt für das Fenster von DOCK einen Papiervorhang mit einem altbekannten Muster an. Er bricht damit das Motiv aus seinem ursprünglichen Kontext heraus und transformiert es in seine Arbeit. Der Gedanke dahinter ist, dass selbst bei industrieller Anfertigung eines Vorhangs die einstige Gestaltung des Musters einen handwerklichen, kreativen Prozess voraussetzt. Mit seinem Papierschnitt und der feinen Ausarbeitung mit Skalpell wird genau dieser Prozess wieder zum elementaren Thema, das "Close Up" des Motivs macht den Aspekt noch zusätzlich ersichtlich. Konzipiert für das grosszügige Schaufenster, spricht das Muster mit nostalgischem Charakter auch Passanten an, die sonst nicht viel mit Kunst zu tun haben.

Artists' window

Heinz Schäublin

Ausstellung 6. - 27.11.2009

Im Zuge meiner "Generationenbilder" (kontinuierliches Weiterbearbeiten der immer gleichen Bildvorlagen mit den unterschiedlichsten Materialien und Medien) entstand die Idee für die im "Artists' Window" gezeigten Arbeiten aus sich überlagernden transparenten Xerox Kopien. Inhaltlich kommen die Bildvorlagen aus den Serien "Megacity" und "Cityview", die ich seit 2003 verfolge.

Das "Artists' Window" habe ich als experimentelle Plattform benutzt um mit dieser Art Bilder zu arbeiten und sie erstmals auszustellen.

Artists' window

Marica Gojevic – Relikt's

Ausstellung 30.10.2009

"Relikt's" setzt sich zusammen aus mehreren Arbeiten, die sich über längere Zeit angesammelt haben und besteht vorwiegend aus Zeichnungen, aber auch aus kleinen Objekten, Fotografien, Video-
und Audioaufnahmen. Als Aufzeichnung von Gedanken und Illustration von Geschehnissen bildet "Relikt's" einen Fundus ohne Anspruch auf sofortige Endproduktion.

Für die Ausstellung "Artists' Window" griff ich auf eine Performance zurück, die ich 2002 im "Centro Galego de Arte Contemporànea" in Santiago de Compostela aufgeführt hatte. "Sabes" ist ein Gedicht, das ich für diese Performance schrieb und nur dort aufführte. Es fordert zum sorgfältigen Umgang mit Wünschen und Gedanken auf und wurde für "Artists' Window" auf zwei Spiegel geschrieben, bzw. in der Verspiegelungs-Schicht ausgespart; Masse 120 x 65 cm. Dadurch bildet sich in der verspiegelten Fläche ein neuer Raum, der wiederum in einen anderen Raum blicken lässt. "There is a Place. There is." Wurde auf gleiche Art auf Spiegel geschrieben: Masse 120 x 65 cm.

ARtists' window

Dorothee von Rechenberg – Landing

Ausstellung 4. - 26.9.2009

Meine Arbeit für "Artists' Window" ist so angelegt, dass sie die verschiedenen Aspekte meiner künstlerischen Arbeitsweise zeigt. Da ist zum einen die Setzung eines autonomen Bildes, zum anderen der Dialog, den diese Arbeit mit dem Ort sucht. "landing" ist eine sw-Fotoarbeit, die auf eine opake, selbstklebende Folie gedruckt, ein ganzes Fenster der Dokustelle bedeckt. Damit wird an dieser Stelle nicht nur der Blick in die Räumlichkeiten verwehrt, sondern es wird auch die Blickrichtung umgekehrt: Statt nach innen schaut man nach aussen in eine tiefe, landschaftliche Ebene, in deren Vordergrund ein nicht klar definierbares, grosses Objekt "gelandet" ist. Trotz dieser Umkehrung entsteht eine enge, nicht nur farbliche, sondern auch inhaltliche Wechselwirkung zwischen dem Gebäude, dem suggerierten Ausblick und dem scheinbar in das Gebäude hineinrollenden Objekt. Auf metaphorischer Ebene lässt sich dieses Bild in viele Richtungen weiterspinnen. Nicht zuletzt sollte meine Arbeit ein kraftvolles Bild sein, das auch die im Tram Vorbeifahrenden aufmerksam macht und auf diesen Ort neugierig werden lässt.

Artists' windows

Ganz-Blum: hells bells – alles im Lot

Ausstellung 7. - 28.5.2009

Für das Doppelfenster im DOCK haben wir unseren Namen, ganzblum, auf die Schaufenster verteilt. Beide haben je ein Fenster mit einer eigenständigen Arbeit gefüllt. So konnte man jedes Fenster für sich oder beide zusammen lesen. Durch die verschiedenen Ansichten konnte man etwas über uns erfahren.

Das linke Schaufenster füllte Martin Blum mit der Arbeit "hells bells" bestehend aus fünf mit Wachs präparierten Kuhglocken. Im rechten Fenster war die Arbeit "alles im Lot" von Haimo Ganz zu sehen.

Gisela  Ethaner Schelble edit

Artists' Window

Gisela Ethaner-Schelble

Ausstellung 5. - 26.4.2009

In der Arbeit "tabula smaragdina versus tabula familia" (happy birthday dear family) setze ich mich mit dem Begriff der Familie im Kontext mit dem Begriff Menschheitsfamilie und deren Beziehungen, kulturellen und religiösen Prägungen, den darin enthaltenen Konflikt- und Harmoniepotenzialen, sowie mit Transformationen, Leben und Entwicklungen auseinander. Der Titel der Arbeit ist ein Spiel mit Worten und Bedeutungen, die sich vielschichtig auf unterschiedlichen Ebenen interpretieren lassen.

ARTISTS' WINDOWS

Ilse Ermen

Ausstellung 5. - 27.3.2009

"GNADENLOS" bildete den Auftakt zu einer Serie von Gips- und Pappwörtern mit dem Titel "Blindtext". Sie erscheinen im öffentlichen oder halböffentlichen Raum. Im April 2009 wurde ein "N" im Berliner Kunstverein/ Münster versteckt, im Oktober wurde ein "Roken is dodelijk" in Les Bains/Brüssel aufgestellt; von Februar bis April 2010 entstanden neue Wörter in der St. Johanns-Vorstadt 38, in Basel. Das Auftauchen merkwürdiger Wörter in ungewöhnlichen Kontexten soll die Passanten verwirren.